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Das Zeitalter der Marknagelung begann in der Humanmedizin1939 mit dem Verfahren von G. Küntscher, das er als Assistenzarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik Kiel ausgearbeitet und dann bis zur Perfektion weiterentwickelt hat. Seine mit Maatz 1944 herausgegebene Monographie Technik der Marknagelung gilt noch heute als klassisches Standardwerk.
Die Heilung eines Knochenbruchs wird durch das Auftreten von Scher-, Schub-, Zug- und Druckkräften verhindert. Eine innere Schienung des frakturierten Knochens schaltet diese mechanischen Faktoren aus und erbringt damit die Voraussetzungen für die knöcherne Überbrückung des Bruchspalts.
An den Marknagel werden hohe mechanische Anforderungen gestellt. Er muß ein günstiges Profil und eine ausreichende Länge haben, um die elastische Verklemmung in der Markhöhle zu erreichen. Nur dadurch wird die stabile Osteosynthese als Grundlage einer ungestörten Kallusbildung erzielt.
Der Küntscher-Nagel und viele seiner Variationen besorgten eine weitgehend stabile Fixierung von Fragmenten, die im mittleren Drittel des Röhrenknochens lokalisiert sind. Je näher sich der Bruch an einem der benachbarten Gelenke befindet, umso eher entsteht eine Instabilität. Vordergründig ist dabei die Rotationsinstabilität. Durch verschiedene Konstruktionen wurde versucht, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Der Spreiznagel von Maatz und der Rush-Pin sind zwei Entwicklungen dieser Art aus der humanen Unfallmedizin.
In der Veterinärchirurgie der Kleintiere hat sich die intramedulläre Schienung mit dem runden Steinmann-Nagel bewährt. Die Rotationsinstabilität ließ sich durch das Prinzip der Bündelnagelung lösen. Das Verfahren ist relativ zeitaufwendig und komplikationsträchtig. Der Rush-Pin und der Kirschner-Draht bewirken an den langen Röhrenknochen mit hoher Kraftübertragung keine ausreichende Stabilität.
Im Zeitalter der schnell ansteigenden Zahl an Unfallopfern vor allem im Straßenverkehr wird eine Operationsmethode zur stabilen Osteosynthese der langen Röhrenknochen gesucht, die auch bei diaphysären Frakturen im Grenzbereich zur Metaphyse das Risiko der Rotationsinstabilität und damit der Pseudarthrose umgeht; dabei sollen außerdem die Operationstechnik vereinfacht und die Operationszeiten verkürzt werden. Diese Voraussetzungen werden durch den neuen Trilam-Nagel erfüllt.
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