Sie befinden sich hier:
Trilam-Nagel > Biomechanisches Konzept > 

Biomechanisches Konzept

Bei einem Unfall bricht der Knochen in weniger als 1/1000 Sekunde. Die Bruchform hängt in erster Linie von der Belastungsart ab. Das Biegungstrauma führt zum Querbruch, die Torsion zum Spiralbruch. Die Einwirkung einer geringen Energie verursacht eher den Einfachbruch, eine hohe Kraftentfaltung dagegen Mehrfachbrüche. Von Bedeutung ist weiterhin der Zustand des Knochens zum Zeitpunkt der Verletzung.

 

Das erste Ziel der Knochenbruchbehandlung besteht in der Ausschaltung des Schmerzes. Kurzfristig wird die Mobilität der benachbarten Gelenke angestrebt. Mittel- und langfristig ist die vollständige Wiederherstellung der Funktion einer traumatisierten Extremität die übergeordnete Aufgabe. Hierfür gelten die Schienung und die Sicherung der Stabilität des Frakturbereiches als Prinzipien der chirurgischen Therapie.

 

Bei der spontanen Knochenheilung ist die relativ große Beweglichkeit der Fragmente gegeneinander meistens nicht mit starken Deformationen verbunden, weil der Bruchspalt genügend weit bleibt. Anders liegen die Verhältnisse bei einer engen Adaptation der Bruchränder durch die Osteosynthese; hier führen Mikrobewegungen im Sinne einer relativen Instabilität über die Umwegsdifferenzierung des Kallus zur sekundären Knochenheilung. Bei relevanter Instabilität wird die Kallusbildung verhindert, es kommt zur Pseudarthrose.

 

Eine absolute Stabilisierung der Fraktur durch die verriegelte Platte oder durch die Marknagelung erlaubt eine primäre Wundheilung; der quere Frakturspalt wird von einem zum anderen Fragment von Knochengewebe durchwandert und dadurch verzahnt. Diese Form der Heilung führt ohne Zwischenstufen zu einem neuen Knochengewebe der ursprünglichen Integrität. Diese absolute Stabilisierung ist aber nur im Ausnahmefall gegeben.

 

Der Marknagel schient die Fraktur von der Markhöhle her in der idealen Belastungsachse. Er weist eine geringe Instabilität auf, die sich vorwiegend auf die Rotation, weniger in der Längsrichtung auswirkt. Deshalb läuft die Knochenheilung sekundär ab und erscheint eher etwas verzögert.

 

Der Marknagel übernimmt aufgrund seiner hohen Festigkeit die Belastung des frakturierten Knochens über Wochen und Monate, so daß die Heilungsdauer von zweitrangiger Bedeutung bleibt. Mit dem Trilam-Nagel wird die Rotationsinstabilität aufgehoben, und es ist eine Beschleunigung der Knochenheilung zu erwarten.

 

Das Aufbohren der Markhöhle oder das Einschlagen von gebündelten Marknägeln in der klassischen Art ohne Markbohrung führt zu Verletzungen der Gefäße an der inneren Corticalis, die für die sekundäre Knochenheilung von größter Wichtigkeit sind. Der Trilam-Nagel reduziert das Operationstrauma auf ein Minimum, indem er eine quere Verriegelung allein durch die drei Lamellen erreicht. Hinsichtlich der Instabilität in der Längsachse dürften sich dagegen keine Unterschiede zum klassischen Marknagel ergeben. Ein Wegfall der Bohrung, wie sie für den Küntscher-Nagel in der Humanmedizin erforderlich ist, schließt die Gefahr der Fettembolisation weitestgehend aus.

 


Rotec Medizintechnik GmbH
Am Mühlberg 31
D-91085 Weisendorf
+49 / (0) 9135 / 32 15
info@rotec-medizintechnik.de