Operationstechnik
Der passende Marknagel wird anhand des Röntgenbildes bestimmt. Es ist zweckmäßig, einen zweiten Nagel derselben Größe bereitzuhalten, um damit während der Operation die jeweilige Eindringtiefe des implantierten Nagels vergleichen zu können.
Nach Einleitung der Anästhesie erhält der Patient die antibiotische Infektionsprophylaxe.
Zur Operation befindet sich das Tier in Seitenlage. Der Hautschnitt wird über der Fraktur in der notwendigen Länge angebracht. Bei Operationen der Tibia wird der Zugang von medial, bei Frakturen von Femur und Humerus von lateral gewählt. Die Präparation muß überaus gewebsschonend erfolgen und geht zügig auf das proximale Fragment zu. Begleitende Hämatome werden nur insofern entfernt, als sie die Übersicht behindern. Zur Blutstillung wird der Elektrokauter so sparsam wie möglich eingesetzt. Kleine Knochenfragmente bleiben zunächst an Ort und Stelle liegen.
Der proximale Stumpf wird nicht aus dem Gewebsverband gelöst. Jede Traumatisierung des Periosts ist sorgfältig zu vermeiden. Der Trilam-Nagel läßt sich mit geringem Widerstand in die Markhöhle einschlagen. Es ist darauf zu achten, daß die drei Lamellen an der inneren Corticalis einkerben und jede Rotation des Implantats verhindern.
![]() Nach Darstellung der Fraktur werden die beiden Knochenfragmente mit Knochenhaltezangen fixiert. Der Nagel wird in das obere Knochenfragment mit dem Hammer eingeschlagen. | ![]() Querschnitt | |
Nach der Einschlagung perforiert der Nagel das proximale Knochenfragment an seinem oberen Ende. Am Femur tritt die Nagelspitze zwischen dem Trochanter major und dem Oberschenkelkopf, am Schienbein an der Tuberositas tibiae und am Humerus oberhalb des Tuberculum majus heraus. Die Abmessung mit dem Vergleichsnagel erlaubt eine gute Übersicht während des Ablaufs der Operation. Die transkutane Palpation der durchgetriebenen Nagelspitze gelingt durch spezifische Expositionen: Die proximalen Fragmente des Femur und des Humerus werden nach medial bewegt, das proximale Fragment der Tibia im Knie extrem gebeugt. Damit läßt sich der Nagel durch einen kleinen Einschnitt der Haut herausleiten.
Im zweiten Abschnitt der Operation wird die untere Spitze des Marknagels in das distale Fragment eingeführt. Die Reposition erfolgt mit der größten Sorgfalt, indem die zueinander passenden Zacken und Spalten in gehöriger Weise adaptiert werden. Darauf wird der Nagel von oben her unter Beobachtung des Frakturspalts eingeschlagen. Auch in dieser Phase erlaubt die Abmessung mit dem Vergleichsnagel eine gute Kontrolle über den Fortgang der Nagelung.
![]() Der Nagel ist in das proximale Fragment eingeschlagen und oben herausgetreten. | ![]() Die Fraktur wird reponiert und durch Knochenhaltezangen fixiert. | |
Zuletzt wird der Spalt von interponierten Gewebsteilen gesäubert und soweit wie möglich geschlossen. Die Knochensplitter in der Umgebung lassen sich manuell in eine günstige Position zur Fraktur bringen, ohne sie aus dem Gewebeverband zu lösen (Biologische Marknagelung). Die Adaption der Weichteile durch Knopfnähte und die Hautnaht schließen den Eingriff ab.






